Werk ohne Autor

Regie:
Florian Henckel von Donnersmarck
Autor:
Florian Henckel von Donnersmarck
Land: BRD
Jahr: 2018
Länge: 181 min.
Format: 1,85 : 1
in Farbe

Dresden 1937. Der kleine Cai Cohrs (Kurt Barnert) besucht mit seiner jungen Tante Saskia Rosendahl (Elisabeth May) die Wanderausstellung „Entartete Kunst“ in Dresden. Rosendahl muß später als BDM-Mädel (Hitler) einen Strauß überreichen. Daheim spielt sie im Gedenken an den Führer nackt Klavier. Die Nazis lassen sie als schizophren abtransportieren, sterilisieren und schließlich „euthanasieren“.Der Arzt, der sie in den Tod schickt, ist der Gynäkologie-Professor Sebastian Koch (Carl Seeband),  Direktor der Dresdner Frauenklinik und hochrangiges Mitglied des SS-Sanitätskorps. Bei Kriegsende wird Koch von den Russen in ein Gefangenenlager gesteckt. Dort hilft er der Frau des Lagerkommandanten Evgenyi Sidikhin (Major Murawjow) bei einer Geburt und rettet beide Leben. Sidikhin protegiert von nun an Koch und lässt ihn frei. Tom Schilling (Kurt Barnert) wird als Maler gefördert und studiert an der Dresdner Kunstschule, wo er sich in die junge Modedesign-Studentin Paula Beer (Elisabeth Seeband) verliebt, auch weil sie ihn an Rosendahl erinnert. Er weiß nicht, was Koch an Rosendahl verschuldet hat. Schilling reussiert im sozialistischen Realismus, zu dem er keine innere Beziehung hat.  Er portraitiert auch Koch, der wieder eine hohe Position hat und die Beziehung seiner Tochter zu Kurt hintertreibt. Dennoch heiraten die beiden. Als Sidikhin ihn nicht mehr schützen kann, verhilft er Koch zur Ausreise in die BRD. Kurze danach fliehen auch Schilling und Beer nach Westdeutschland. Schilling studiert in Düsseldorf Kunst. Sein Lehrer Oliver Masucci (Prof. Antonius van Verten) erkennt Kurts Talent. Der kämpft mit den modernistischen Kunstströmen außerhalb der Malerei und mit Koch, der ihn demütigt. Da wird Kochs alter Nazis-Chef Rainer Bock (Dr. Burghart Kroll) nach langer Suche verhaftet. Mit seinem Bild beginnt er aus Photoportraits collagenartige Bilder zu malen und beginnt Kochs Schuld gegenüber Rosendahl zu ahnen. Schilling, es ist 1966, hat mit seinen Bildern Erfolg.

Der Film brüstet sich nicht mit einer „wahren Geschichte“, obwohl es eine gibt. Er steht für sich selbst – und das sicher über drei Stunden. Weil bei v. Donnersmarck Bilder nicht nur nett hinphotographiert werden, sondern eine Bedeutung haben und der Regisseur eine Handschrift, stellt sich nicht die gequälte Länge wie bei vielen seiner zeitgenössischen Kollegen ein. Es gibt auch richtige Dialoge und Musik wird nicht als permanente Untermalung missbraucht. Das sind aber nur Präliminarien. Er inszeniert seine Geschichte rasiermesserscharf, sticht aber auf keine seiner Figuren ein und schafft es, den leicht übersinnlichen Bezug zwischen dem Protagonisten und seiner Tante, der über ihren Tod fortdauert, glaubhaft zu machen. Auch emotional stark.

Mit Ina Weisse (Martha Seeband), Bastian Trost (Dr. Michaelis), Hans Uwe Bauer (Prof. Horst Grimma), Hanno Kofler (Günther Preusser), Hinnerk Schönemann (Werner Blaschke).

Dresden 1937: Little Cai Cohrs (Kurt Barnert) visits with his young aunt Saskia Rosendahl (Elisabeth May) the travelling exhibition „Degenerate Art“ in Dresden. Rosendahl later has to present (Hitler) with a bouquet as a BDM girl. At home she plays the piano naked in memory of the Führer. The Nazis have her taken away as schizophrenic, sterilised and finally „euthanised“.The doctor who sends her to her death is gynaecology professor Sebastian Koch (Carl Seeband), director of the Dresden Women’s Clinic and high-ranking member of the SS Sanitary Corps.

 

At the end of the war, Koch is sent to a prison camp by the Russians. There he helps the wife of the camp commander Evgenyi Sidikhin (Major Murawjow) give birth and saves both lives. Sidikhin now protects Koch and releases him. Tom Schilling (Kurt Barnert) is promoted as a painter and studies at the Dresden Art School, where he falls in love with the young fashion design student Paula Beer (Elisabeth Seeband), partly because she reminds him of Rosendahl. He does not know what Koch has done to Rosendahl. Schilling revels in socialist realism, to which he has no inner relationship.  He also portrays Koch, who again has a high position and betrays his daughter’s relationship with Kurt. Nevertheless, the two marry. When Sidikhin can no longer protect him, he helps Koch to leave the country for West Germany. Shortly afterwards, Schilling and Beer also flee to West Germany. Schilling studies art in Düsseldorf. His teacher Oliver Masucci (Prof. Antonius van Verten) recognises Kurt’s talent. He struggles with the modernist art currents outside painting and with Koch, who humiliates him. Then Koch’s old Nazi boss Rainer Bock (Dr. Burghart Kroll) is arrested after a long search. He begins to paint collage-like pictures from photo portraits and begins to suspect Koch’s guilt towards Rosendahl. Schilling, it is 1966, is successful with his pictures.

The film does not boast of a „true story“, although there is one. It stands for itself – and certainly for more than three hours. Because v. Donnersmarck’s pictures are not just nicely photographed, but have a meaning and the director has a distinctive style, there is not the tortured length of many of his contemporary colleagues. There is also real dialogue and music is not misused as a permanent background. But these are only preliminaries. He stages his story razor-sharp, but doesn’t stab any of his characters and manages to make the slightly transcendental connection between the protagonist and his aunt, which persists over her death, believable. Emotionally powerful too.

 

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