Tiefland

Regie:
Leni Riefenstahl
Autor:
Leni Riefenstahl
Vorlage:
"Terra baixa", 1896, R
Autor Vorlage:
Angel Guimera
Land: BRD
Jahr: 1954
Länge: 95 min.
Format: 1,37 : 1
schwarz-weiß

Die Pyrenäen, im 19. Jahrhundert. Der Schafhirte Franz Eichberger (Pedro) besiegt einen angriffslustigen Wolf. Sein Herr im Tiefland, Bernhard Minetti (Don Sebastian, Marquès von Roccabruna) gräbt den Bauern das dringend nötige Wasser ab, um damit die Stiere zu tränken – sein Steckenpferd. Er ist mit über 50.000 Duros bei Karl Skraup (Bürgermeister) verschuldet, der seine Tochter Maria Koppenhöfer (Amelia) gern an ihn verheiraten möchte. Doch Minetti, der mittlerweile die Tänzerin Leni Riefenstahl (Martha) favorisiert, brüskiert Koppenhöfer. Riefenstahl reißt aus, als Minetti sie schlägt und landet in Eichbergers Hütte. Wieder im Kastell, schlägt Minettis Verwalter Aribert Wäscher (Camillo) vor, Koppenhöfer zu heiraten – und Riefenstahl Eichberger zur Frau zu geben. So bliebe sie ihm erhalten. Minetti willigt ein.  Riefenstahl zeigt Eichberger ihre Verachtung. Doch der überzeugt sie von seiner Ahnungslosigkeit. Als Minetti in seiner eigenen Hochzeitsnacht zu Riefenstahl schleichen will, besiegt ihn Eichberger im Messerkampf.

Ein zutiefst elitärer Film. In der Ideologie von der Unterscheidung der Guten auf den Bergen und der schlechten Menschen im „Tiefland“ geprägt, mit einem Stoff, dem 19. Jahrhundert nahe, schafft die Ausführung durch Riefenstahl, die nach Perfektion strebt, eine Bildballade mit exzellenter Kameraarbeit, knappen, aber messerscharfen Dialogen und sparsamen Einsatz der richtigen Musik. Die Grenze zur Lächerlichkeit, gefährlich nahe, wird nicht überschritten. Gedreht 1940 bis 1944. Riefenstahl konnte außerhalb der in der Filmindustrie üblichen ökonomischen Maßstäbe arbeiten.

Mit Louis Rainer (Nando), Frida Richard (Josefa, Magd), Max Holsboer (Natario, Müller), Mena Mair (seine Frau).

The Pyrenees, in the 19th century. The shepherd Franz Eichberger (Pedro) defeats an aggressive wolf. His master in the lowlands, Bernhard Minetti (Don Sebastian, Marquès of Roccabruna) digs up the farmers‘ much-needed water to water the bulls with – his hobbyhorse. He is over 50,000 duros in debt to Karl Skraup (the mayor), who would like to marry off his daughter Maria Koppenhöfer (Amelia) to him. But Minetti, who meanwhile favours the dancer Leni Riefenstahl (Martha), snubs Koppenhöfer. Riefenstahl runs away when Minetti hits her and ends up in Eichberger’s hut. Back at the fort, Minetti’s steward Aribert Wäscher (Camillo) suggests marrying Koppenhöfer – and giving Riefenstahl to Eichberger as a wife. That way she would stay with him. Minetti agrees.  Riefenstahl shows Eichberger her contempt. But he convinces her of his cluelessness. When Minetti tries to sneak up to Riefenstahl on his own wedding night, Eichberger defeats him in a knife fight.

A deeply elitist film. Shaped in ideology by the distinction between the good people on the mountains and the bad people in the „lowlands“, with a subject matter close to the 19th century, the execution by Riefenstahl, striving for perfection, creates a pictorial ballad with excellent camerawork, terse but razor-sharp dialogue and sparing use of the right music. The line to ridiculousness, dangerously close, is not crossed. Shot from 1940 to 1944, Riefenstahl was able to work outside the usual economic standards of the film industry.

 

 

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