Tagebuch einer Kammerzofe

Originaltitel:
Journal d'une femme de chambre
Regie:
Benoit Jacquot
Autor:
Hélène Zimmer
Benoit Jacquot
Vorlage:
"Le journal d'une femme de chambre", 1900, R
Autor Vorlage:
Octave Mirbeau
Land: F
Jahr: 2015
Länge: 93 min.
Format: 2,35 : 1
in Farbe

Paris 1900. Léa Seydoux (Célestine) wird als Kammerzofe eine Stelle in Prioré in der Provinz vermittelt. Ihre Herrschaft Clotilde Mollet (Mme Lanlaire) ist verächtlich und grob zu ihr, der Ehemann Hervé Pierre (M. Lanlaire) zudringlich. Der Gärtner Vincent Lindon (Joseph) ist unzugänglich und kümmert sich um antisemitische Pamphlete. Seydoux erinnert sich gern an ihre Stellung bei Joséphine Derenne (Mme Mendelssohn), mit deren Enkel, dem schwindsüchtigen Vincent Lacoste (Georges) sie an der See ein gute Zeit verlebte und der mit ihr im Bett starb. Nach einiger Zeit macht Lindon ihr den Antrag, sie zu heiraten und ein Café in Cherbourg für Seeleute zu betreiben, das ein verkapptes Bordell sein soll. Sie zögert. Auch der Nachbar macht ihr nach dem Tode seiner Lebensgefährtin einen Antrag. Sie entscheidet sich für Lindon. Mit ihm gemeinsam organisiert sie dem Raub aller Wertsachen des Hauses. Lindon gibt seine Stelle wenig später auf. Mollet freundet sich mit Seydoux an, aber als Kindon ihr nach ein paar Monaten das Zeichen gibt, geht auch sie…

Diese Verfilmung von Mirbeaus subversivem Werk kommt dessen Geist näher als Renoir und Bunuel es taten: die Gedanken der Heldin werden stärker artikuliert, die historische Situation ist die des Originals. Benoit Jacquot versteht, die Attraktivität seiner Hauptdarstellerin transparent zu machen  und sie glaubwürdig aus ihrer Opferrolle eine Täterrolle machen zu lassen. Der Realismus der Schilderung französischer Verhältnisse offenbart sich am Falle Dreyfus (den Mirbeau unterstützte).

Mit Mélodie Valemberg (Marianne, Köchin), Patrick d’Assumcao (der Kapitän), Dominique Reymond (die Vermittlerin), Adriana Asti (Elvira Parsi, die Puffmutter), Rosette (Rose).

 

Paris 1900: Léa Seydoux (Célestine) is offered a position as chambermaid in Prioré in the province. Her master Clotilde Mollet (Mme Lanlaire) is contemptuous and rude to her, the husband Hervé Pierre (M. Lanlaire) is intrusive. The gardener Vincent Lindon (Joseph) is inaccessible and takes care of anti-Semitic pamphlets. Seydoux fondly remembers her position with Joséphine Derenne (Mme Mendelssohn), with whose grandson, the consumptive Vincent Lacoste (Georges) she had a good time at the seaside and who died in bed with her. After some time, Lindon proposed to her to marry her and run a café in Cherbourg for sailors, which was supposed to be a disguised brothel. She hesitates. Also the neighbor proposes to her after the death of his partner. She decides to marry Lindon. Together with him she organizes the robbery of all valuables of the house. Lindon gives up his job a little later. Mollet befriends Seydoux, but when Kindon gives her the sign after a few months, she too…

This film adaptation of Mirbeau’s subversive work comes closer to its spirit than Renoir and Bunuel did: the heroine’s thoughts are more strongly articulated, the historical situation is that of the original. Benoit Jacquot understands how to make the attractiveness of his leading actress transparent and to credibly turn her victim role into a perpetrator role. The realism of the depiction of French conditions is revealed in the case of Dreyfus (whom Mirbeau supported).

 

 

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