Schachnovelle

Regie:
Philipp Stölzl
Autor:
Elmar Grigorian
Vorlage:
"Schachnovelle", 1942, N
Autor Vorlage:
Stefan Zweig
Land: BRD
Jahr: 2021
Länge: 108 min.
Format: 2,40 : 1
in Farbe

Rotterdam. Oliver Marsucci (Max von Leuten alias Dr. Josef Bartok), vordem Notar in Wien, besteigt den Passagierdampfer nach New York. Seine Frau Birgit Minichmayr (Anna) ist bei ihm. Marsucci wird von Erinnerungen an Wien heimgesucht. Am Vorabend des Einmarsch der Deutschen, 11. März 1938, hat ihn sein Freund Lulas Miko (Gustav Sailer) dringend angefleht, zu fliehen, denn Marsucci verwaltet große Vermögensmassen für Adel und Klerus. Marsucci verbrennt Kontendaten und merkt sie sich. Noch am Abend wird er verhaftet und ins Hotel Metropol gebracht, wo der sanft agierende Nazi Funktionär Albrecht Schuch (Franz Josef Böhm) versucht, ihn zur Preisgabe der Daten zu bewegen. Marsucci verweigert das und bleibt in Haft. – Auf dem Dampfer muß Marsucci erkennen, daß Minichmayr nur in seiner Phantasie bei ihm war und wird in eine Partie mit dem Schachweltmeister Albrecht Schuch (Doppelrolle: Mirko Czentovic) involviert, dem er ein Remis abringt. Wien: Schuch wendet härtere Methoden an. Marsucci ergattert ein Schachbuch und klammert sich an dieses Gehirntraining, bleibt auch hart, als Schuch Miko vor seinen Augen erschiesst. Das selbstgefertigte Schachspiel Marsuccis wird entdeckt und entzogen. Doch Schuch erhält seine Angaben auf anderem Wege. Marsucci wird entlassen. Auf dem Dampfer gewinnt er seine Partie gegen den Weltmeister.

Viele Redakteure gab es bei diesem Film, aber keinen Regisseur. Er wird durch opulente Dekoration ersetzt. Die Handlung, in den Figuren gegenüber Zweig „aufgebessert“, wird abgearbeitet; die filmische Aufbereitung lässt kein Klischee aus. Da können auch die Schauspieler wenig ausrichten. Habe Geduld, Betrachter. Das Schlußzitat von Zweig, das auf den menschlichen Geist setzt, findet in dem Film keinen Bundesgenossen.

Mit Rolf Lassgard (Owen McConnor), Andreas Lust (Johann Prantl), Samuel Finzi (Alfred Koller).

Rotterdam. Oliver Marsucci (Max von Leuten alias Dr. Josef Bartok), formerly a notary in Vienna, boards the passenger liner to New York. His wife Birgit Minichmayr (Anna) is with him. Marsucci is haunted by memories of Vienna. On the eve of the German invasion, 11 March 1938, his friend Lulas Miko (Gustav Sailer) has urged him to flee, because Marsucci manages large fortunes for the nobility and clergy. Marsucci burns account data and memorises them. That same evening he is arrested and taken to the Hotel Metropol, where the mild-mannered Nazi functionary Albrecht Schuch (Franz Josef Böhm) tries to persuade him to divulge the data. Marsucci refuses and remains in custody. – On the steamer Marsucci has to realise that Minichmayr was only with him in his imagination and becomes involved in a game with the world chess champion Albrecht Schuch (double role: Mirko Czentovic), from whom he wrings a draw. Vienna: Schuch uses tougher methods. Marsucci gets hold of a chess book and clings to this brain training, remaining tough even when Schuch shoots Miko before his eyes. Marsucci’s homemade chess set is discovered and confiscated. But Schuch gets his information by other means. Marsucci is released. On the steamer, he wins his game against the world champion.

There were many TV-editors on this film, but no director. It is replaced by opulent decoration. The plot, „improved“ in the characters compared to Zweig, is worked off; the cinematic treatment leaves out no cliché. Even the actors can do little about this. Have patience, viewer. Zweig’s closing quotation, which relies on the human spirit, finds no ally in the film.

 

 

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