Salonwagen E 417

Regie:
Paul Verhoeven
Autor:
Helmut Käutner
Bobby E. Lüthge
Land: D
Jahr: 1939
Länge: 88 min.
Format: 1,37 : 1
schwarz-weiß

München, Herbst 1939. Paul Hörbiger (Friedrich Christian Lautenschläger) führt eine Gruppe von Reichsbahnern durch das Verkehrsmuseum. Zu den Exponaten gehört neuerdings der Salonwagen E 417, doch dessen Geschichte kann Hörbiger nicht mehr erklären. Das Museum schließt. Täglich zur Geisterstunde versammeln sich die Geister der Exponate. Bernhard Goetzke (der Geist des Salonwagens) erzählt seine Geschichte. 1889 bei Krupp gebaut, soll er im Jahre 1912 das fürstliche Hochzeitspaar Curd Jürgens (Prinz Heinrich Karl von Sachsen Hochheim Gotburg) und Maria Nicklisch (Prinzessin Anna Christine) nach Italien bringen. Doch Nicklisch hat Angst vor der Hochzeitsnacht – der Zug hält in Dingskirchen. Wegen ‘Unpässlichkeit’ zieht die Hochzeitsgesellschaft mitternächtlich in das Hotel ‘Deutscher Kaiser’, nur die Hofdame Käthe von Nagy (Baronesse Ursula von Angersfeld) bleibt im Zug und kommt dem Stationsvorsteher Hörbiger menschlich näher. Man sieht einander nicht wieder. In den 20er Jahren wird der Wagen, als ‘Canadian Pacific’ ausgestattet, zur Jahrmarktsattraktion, in der die Polizei Schieber sucht. Um ein Haar verschrottet, wird er in den 30er Jahren aufwendig restauriert. Als er unter Hörbiger ins Museum geführt wird, erscheint darin als Fahrgast der 3. Klasse Käthe von Nagy (Ursula von Geisberg), in der Hörbiger die Tochter der Hofdame erkennt. Sie will ihren vermeintlich untreuen Verlobten Axel von Ambesser (Werner) – erneut im ‘Deutschen Kaiser’ in Dingskirchen – erschießen, was Hörbiger zu verhindern weiß. Das ist die Geschichte des Wagens – und Hörbigers.

Käutner und Lüthge wissen nichts Gutes über Deutschland zu berichten: die seelische Verkarstung im Kaiserreich, die Haltlosigkeit in der Weimarer Zeit und über das Dritte Reich, dessen Lob von einem Film jener Zeit zu erwarten wäre: es hat den Salonwagen restauriert, aber  führt eine junge Dame der Oberklasse zu einem versuchten Mord aus nichtigem Anlass. Verhoeven inszeniert das betulich und, nach der Episode aus dem Kaiserreich, mit einem kräftigen Hänger, um zum Schluß wieder Fahrt aufzunehmen.

Mit Melanie Horeschowsky (Anna Christines Tante), Heinrich Fuchs (Kammerdiener), Aribert Wäscher (Schieber Paul Kuhlemann), Tatjana Sais (Sängerin), Alexa von Porembsky (Ellen), Paul Verhoeven (Drehorgelspieler).

Lied:  „Die Judy hat nen Süßen“, „Es geht alles vorüber“

Munich, autumn 1939. Paul Hörbiger (Friedrich Christian Lautenschläger) leads a group of Reichsbahn employees through the Transport Museum. The exhibits recently include the E 417 saloon car, but Hörbiger can no longer explain its history. The museum closes. Every day at the witching hour, the ghosts of the exhibits gather. Bernhard Goetzke (the ghost of the saloon car) tells his story. Built by Krupp in 1889, it is supposed to take the princely wedding couple Curd Jürgens (Prince Heinrich Karl von Sachsen Hochheim Gotburg) and Maria Nicklisch (Princess Anna Christine) to Italy in 1912. But Nicklisch is afraid of the wedding night – the train stops in Dingskirchen. Due to ‚indisposition‘ the wedding party moves midnight to the hotel ‚Deutscher Kaiser‘, only the lady-in-waiting Käthe von Nagy (Baroness Ursula von Angersfeld) remains on the train and gets closer to the stationmaster Hörbiger. They do not see each other again. In the 1920s, the carriage, equipped as a ‚Canadian Pacific‘, becomes a fairground attraction in which the police search for racketeers. Almost scrapped, it was lavishly restored in the 1930s. When it is taken to the museum under Hörbiger, Käthe von Nagy (Ursula von Geisberg) appears in it as a 3rd class passenger, in whom Hörbiger recognises the daughter of the court lady. She wants to shoot her supposedly unfaithful fiancé Axel von Ambesser (Werner) – again in the ‚German Kaiser‘ in Dingskirchen – which Hörbiger knows how to prevent. That is the story of the car – and Hörbiger.

Käutner and Lüthge have nothing good to say about Germany: the mental karstification in the Kaiserreich, the instability in the Weimar period and about the Third Reich, whose praise would be expected from a film of that time: it has restored the saloon car, but leads a young lady of the upper class to an attempted murder for a trivial reason. Verhoeven stages this sedately and, after the episode from the empire, with a hefty hang-up, only to pick up speed again at the end.

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