Kabarett

Alternativtitel:
Dieses Lied bleibt bei Dir
Regie:
Willi Forst
Autor:
Johannes Mario Simmel
Willi Forst
Land: BRD
Jahr: 1954
Länge: 94 min.
Format: 1,37 : 1
schwarz-weiß

Wien 1912. Im ‚Faun‘, dem Kabarett von Fritz Schulz (Fritz Grünwald) tritt abends – zum Stadtgespräch – der Liederschreiber und Pianist Paul Henreid (Conrad Hegner) auf, derzeit mit Dorit Kreysler (Franzi Holm). Im Publikum sind Ernst Stankovski (Karl Haller) und Eva Kerbler (Leonie Lerch). Stankovski hat ihr gerade erklärt, diesmal sei es Henreid mit seiner auch privaten Partnerin ernst, als deren letztes gemeinsames Auftreten annonciert wird. Henreid versucht es nun mit Kerbler, Stankovski geht nach Berlin zu Einstein. Henreid und Kerbler sind ein großer Erfolg; auch privat, denn Henreid heiratet sie. In Berlin treffen die beiden auf einem großen Empfang von Edith Scholwer (Baronin Solms) den Berliner Startonsetzer Friedrich Domin (Paul Lincke), mit dessen Sängerin Elma Karlowa (Trixi Hell) Henreid eine Affäre beginnt. Kerbler verlässt ihn. Der Weltkrieg bricht aus. Henreid in verzweifelt, lässt sich einziehen. Kerbler, mit Stankovski in Wien, sucht nach ihm. Er macht beim Frontkabarett mit. Sie fährt mit dem Faun-Team an die Front, findet ihn. Beim Bombardement trifft sie ein Balken. Im Lazarett, vom Doktor schon gesund gesagt, stirbt sie. Henreid begleitet ernst einmal Stummfilme. Dann holt ihn die Tochter seiner Wirtin aus der Verzweiflung.

Mit atemberaubender inszenatorische Präzision zeigt Willi Forst Kartenhäuser, die gebaut werden, einstürzen, wieder gebaut werden. Er wählt die ihm vertraute Welt des alten Europa dafür, vermeidet aber jede Sentimentalität – nur tröstende Gleichnisse kommen vor. Paul Henreids Komponist setzt seine Interessen knallhart um, verfängt sich aber in den eigenen Routinen. Damals als Schmonzette mißverstanden, in ihrer Intellektualität für diesen Gebrauch aber untauglich. Eine Kürzung um den Filmschluss half da nichts. Der einzige deutsche Film mit Henreid nach dem Krieg. Keine Sekunde langweilig.

Mit Nicole Heesters (Valerie), Melanie Horeschowski (Frau Hugl), Charles Regnier (Dr. Dietrich, Musik-Kritiker), Michael Heltau (junger Soldat im Publikum).

Lieder: „Dieses kleine Lied bleibt bei Dir“, Text Robert Gilbert, Musik: Fermo Dante Marchetti, „Mir wird so dulliöh“, Text: Robert Gilbert, Musik: Willy Schmidt-Gentner, „Ich träume mich zu dir“, „Der heurige Wein…“; „Das ist die Berliner Luft“, Musik: Paul Lincke, Text: Heinrich Bolten-Baeckers, „Schlösser, die im Monde liegen“, Musik: Paul Lincke, Text: Heinrich Bolten-Baeckers, Es geht die Lou Lila, Musik: Robert Katscher

Vienna 1912. At the ‚Faun‘, Fritz Schulz’s (Fritz Grünwald) cabaret, the songwriter and pianist Paul Henreid (Conrad Hegner) performs in the evening – to the talk of the town – currently with Dorit Kreysler (Franzi Holm). In the audience are Ernst Stankovski (Karl Haller) and Eva Kerbler (Leonie Lerch). Stankovski has just told her that this time Henreid is serious about his partner, who is also a private partner, when their last appearance together is announced. Henreid now tries it with Kerbler, Stankovski goes to Berlin to Einstein. Henreid and Kerbler are a great success; also privately, as Henreid marries her. In Berlin, at a big reception hosted by Edith Scholwer (Baroness Solms), the two meet the Berlin star composer Friedrich Domin (Paul Lincke), with whose singer Elma Karlowa (Trixi Hell) Henreid begins an affair. Kerbler leaves him. The world war breaks out. Henreid in despair, allows himself to be drafted. Kerbler, with Stankovski in Vienna, searches for him. He joins the Front Cabaret. She goes to the front with the Faun team, finds him. She is hit by a beam during the bombardment. In the military hospital, the doctor already tells her she is well, but she dies. Henreid seriously accompanies silent films for once. Then the daughter of his landlady pulls him out of despair.

With breathtaking staging precision, Willi Forst shows houses of cards being built, collapsing, being built again. He chooses the familiar world of old Europe for this, but avoids any sentimentality – only consoling similes occur. Paul Henreid’s composer is hard-hitting in his interests, but gets caught up in his own routines. Misunderstood at the time as a schmaltz, but in its intellectuality unsuitable for this use. Shortening the end of the film did nothing to help. The only German film with Henreid after the war. Not boring for a second.

 

 

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