Försterliesel

Regie:
Herbert B. Fredersdorf
Autor:
Dr. Theodor Ottawa
Land: Brd
Jahr: 1956
Länge: 85 min.
Format: 1,37 : 1
in Farbe

Großkleinberg, Tirol. In Erwartung des Jagdherrn hat Bürgermeister Rudolf Carl (Zwutschenthaler) ein Stück geschrieben, und auf den Proben rennt Anita Gutwell (Liesl Bregler) ihrem Partner, dem Großbauer Hardo Hesse (Bartl), davon. Sie hat ein Auge auf den in der Probezeit befindlichen Jäger Rudolf Lenz (Toni) geworfen. Jagdherr Erik Frey (Robert Burgert) kommt mit Jagdgästen und seiner kapriziösen Freundin Eva-Maria Meinecke (Carola) angereist, die sich erst für Lenz, dann für Hesse interessiert, bei letzterem zum Kummer von Lotte Ledl (Zenzi), die sich um Hesse bemüht. Der wiederum wildert, um Lenz loszuwerden. Förster Walter Stumvoll (Bregler) will ihn fassen… Frey, dessen Vater schon ein Philanderer war, interessiert sich für Gutwell und entwickelt Eifersucht auf Lenz. Doch der stellt – aus Anlaß der Treibjagd Hesse beim Wildern und steht glänzend da. Frey läßt Hesse laufen, um Ledl zu helfen, die sich als Freys Halbschwester entpuppt… „im Zauberreich des Silberwalds“ (Zitat).

Inhaltlich ein wenig an Ganghofers „Schweigen im Walde“ angelehnt, und leicht mokant Jakob Kesslers Wildererlied benutzend, bauen Ottawa und Fredersdorf einen Mikrokosmos, der mal Ballade, mal Bergdrama, mal Groteske, mal gar ein wenig sophistisch ist – stets intelligent gemacht, nur eines nie: ein Heimatfilm. Dazu ist alles zu distanziert gefilmt und mit einer Dialogspur, die stets im Kammerton kommt. Rudolf Carl liefert Kabinettstückchen, Anita Gutwell und Rudolf Lenz sind verhalten gut. Eine hochspekulative, unsentimentale, gut gemachte Berliner Produktion.

Mit Harry Kratz (Heinzl), Ferry Wondra (Loisl), Fritz Muliar (der Schneider), Ernst Proeckl (Pfarrer).

Lieder: „Die Försterlieserl“, Text und Musik: Jakob Kessler,  „Wann fängt für mich die Liebe an“, „Zwischen Stadtleut und Landleut gibt’s kein Unterschied“. Musik: Hans Hagen Text: Theodor Ottawa.

Großkleinberg, Tyrol. Awaiting the hunting lord, mayor Rudolf Carl (Zwutschenthaler) has written a play, and at rehearsals Anita Gutwell (Liesl Bregler) runs away from her partner, the big farmer Hardo Hesse (Bartl). She has her eye on the hunter Rudolf Lenz (Toni), who is on probation. Hunting lord Erik Frey (Robert Burgert) arrives with hunting guests and his capricious girlfriend Eva-Maria Meinecke (Carola), who first takes an interest in Lenz, then in Hesse, with the latter to the chagrin of Lotte Ledl (Zenzi), who is trying to win Hesse over. He in turn poaches to get rid of Lenz. Forester Walter Stumvoll (Bregler) wants to catch him… Frey, whose father was already a philanderer, is interested in Gutwell and develops jealousy of Lenz. But he catches Hesse poaching – on the occasion of the hunt – and looks brilliant. Frey lets Hesse go to help Ledl, who turns out to be Frey’s half-sister… „in the magic kingdom of the Silberwald“ (quote).

Leaning a little on Ganghofer’s „Silence in the Forest“ and using Jakob Kessler’s poacher’s song in a slightly mocking way, Ottawa and Fredersdorf build a microcosm that is sometimes a ballad, sometimes a mountain drama, sometimes a grotesque, sometimes even a little sophistical – always intelligently done, but never one thing: a Heimatfilm. Everything is filmed too distantly for that and with a dialogue track that always comes in a chamber tone. Rudolf Carl delivers cabinet pieces, Anita Gutwell and Rudolf Lenz are restrainedly good. A highly speculative, unsentimental, well-made Berlin production.

 

 

 

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