Die Irre von Chaillot

Originaltitel:
The Madwoman of Chaillot
Regie:
Bryan Forbes
Autor:
Edward Anhalt
Maurice Valency
Vorlage:
"La folle de Chaillot", 1945, St (geschrieben 1943)
Autor Vorlage:
Jean Giraudoux
Land: USA
Jahr: 1969
Länge: 132 min.
Format: 1,85 : 1
in Farbe

Paris 1969. In Chaillot wandelt die alte Katharine Hepburn (Gräfin Aurelie), stets mit derselben Zeitung des Jahres 1919 versehen, gutgelaunt auf ihren gewohnten Pfaden, die sie auch in ein Straßencafé führen, indem eine gut bekannte Gruppe von Männern, insbesondere Yul Brynner (der Chairman), Oscar Homolka (der Kommissar), Paul Henreid (der General) und John Gavin (der Pfarrer) ihre Pläne besprechen, wie sie unsauber ihren Reichtum vermehren. Brynner gelingt es, mit sicherem Blick von einem Nebentisch noch Donald Pleasance (Der Schürfer) hinzuzuholen, der ihnen seinen Plan berichtet, das Öl zu heben, das sich unter dem Viertel befindet. Da der Städteplaner des Bezirks nichts von seinen Absichten hält, hat Pleasance seinen Neffen Richard Chamberlain (Roderick) mit einer Bombe zu ihm geschickt. Doch der schmeißt die Bombe in die Seine, wird verhaftet und von Hepburn, die in ihm einen alten Liebhaber wiederzuerkennen glaubt, umsorgt. Müllmann Danny Kaye klärt Hepburn darüber auf, die Welt sei wegen der Bösewichte nicht mehr schön. Sie entwickelt einen Gegenplan. Sie lässt die Bösewichter wissen, daß sie in ihrem Keller Öl vermute, vergewissert sich über ihre schlechten Absichten und lässt sie in einem Stellvertreterprozess verurteilen – ehe sie erscheinen und in ihrem Keller weggesperrt werden.

Mehr kann man aus Giraudoux nicht herausholen: Anhalt und Valency fügen die Elemente ein, welche das Ringen zwischen „Gut“ und „Böse“ zu einem Schattenboxen fern der Realität machen, Forbes erhebt das schauspielerische Urgestein, dem er sehr nahe rückt, zu einem Faszinosum und das Paris, mag es das von 1969 sein, zu einem zeitlosen Spielfeld. Und die Idee des ewigen, wenn auch ergebnislosen Ringens bleibt der diskrete Boden für alles. Brynner brillant, die anderen sehr gut – nur ideologisch passte das nicht ins Jahr 1969, als man noch an eine Reformation der Welt glaubte. Ein bemerkenswerter Film.

Mit Charles Boyer (der Börsenhändler), Claude Dauphin (Dr. Jadin), Edith Evans (Josephine), Margaret Leighton (Constance), Giulietta Masina (Gabrielle), Nanette Newman (Irma), Fernand Gravey (Polizeisergeant).

Paris 1969. In Chaillot, old Katharine Hepburn (Countess Aurelie), always carrying the same newspaper of 1919, walks in good humour along her usual paths, which also lead her to a street café where a well-known group of men, in particular Yul Brynner (the Chairman), Oscar Homolka (the Commissioner), Paul Henreid (the General) and John Gavin (the Priest) are discussing their plans to increase their wealth in an impure manner. Brynner manages to bring in Donald Pleasance (The Prospector) with a sure eye from an adjoining table, who tells them his plan to dig up the oil that lies beneath the district. Since the district’s town planner thinks nothing of his intentions, Pleasance has sent his nephew Richard Chamberlain (Roderick) to him with a bomb. But he throws the bomb into the Seine, is arrested and taken care of by Hepburn, who thinks she recognises an old lover in him. Rubbish man Danny Kaye tells Hepburn that the world is no longer beautiful because of the bad guys. She devises a counter-plan. She lets the bad guys know that she suspects oil in her basement, makes sure of their bad intentions and has them tried by proxy – before they appear and are locked away in her basement.

That’s about as much as you can get out of Giraudoux: Anhalt and Valency add the elements that make the struggle between „good“ and „evil“ a shadow-boxing far from reality, Forbes elevates the veteran actor he gets very close to to a fascination and Paris, may it be that of 1969, to a timeless playing field. And the idea of eternal, if inconclusive, wrestling remains the discreet ground for everything. Brynner brilliant, the others very good – only ideologically it didn’t fit into 1969, when people still believed in a reformation of the world. A remarkable film.

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