Die Gräfin

Originaltitel:
La comtesse
Regie:
Julie Delpy
Autor:
Julie Delpy
Land: BRD-F
Jahr: 2009
Länge: 95 min.
Format: 2,35 : 1
in Farbe

Ungarn. Daniel Brühl (Graf Thurzo Istvan) erzählt aus seiner Sicht die Geschichte. Julie Delpy (Gräfin Bathory Erzebeth), von Geburt (1560) an zur Härte erzogen, lernt er kennen, als er 21 und sie 38 Jahre ist. Die nach dem Tode ihres Mannes Charly Hübner (Ferenc Nadasdy) reichste und mächtigste Frau in Ungarn, bei der König Jesse Inman (Mathias) hoch verschuldet ist und die mit ihren Armeen Ungarn vor den Osmanen schützt, verliebt sich ebenso wie er. Doch sein Vater William Hurt (Graf Thurzo Györgi) zwingt ihn zu einer anderen Ehe; sie bleibt ohne Nachricht. Sie entwickelt die fixe Idee, er habe sie verlassen, weil sie zu alt und ihre Haut nicht mehr straff sei. Sie meint, das Blut jungfräulicher Mädchen helfe dabei und tröstet sich mit den bösartigen Masochisten Sebastian Blomberg (Graf Vizakna Dominic). Um an ihr Blut zu gelangen lässt sie immer mehr Mädchen töten, zuletzt auch von niederem Adel. Ein Priester zeigt sie an. Sie wird verhaftet. Hurt, der hinter der Verhaftung steckt, erzwingt von ihr ihren Besitz; sie wird 1611 zu Haft, eingemauert in ihrem Schlafzimmer ihrer Burg, verurteilt. 1614 stirbt sie.

Die Geschichte ist zu schön gruselig, als daß die Bathory die im höchsten Maße fragwürdigen Anschuldigungen je wieder loswerden könnte. Aber auch Julie Delpy wird ihr nicht gerecht. Zu Beginn legt sie sie als gewitzigte,  starke Frau an, die dann, ausgerechnet durch Daniel Brühl, zur eindimensionalen Monomanin wird. Ab diesem Zeitpunkt wirkt der Film konfektioniert, und eine intelligente Präsentation der ganz unterschiedlichen möglichen Wahrheiten versucht Delpy gar nicht erst. So wird zu den wahrscheinlich erfundenen Verbrechen noch eine unglaubwürdige Liebesgeschichte hinzu erfunden. Der Film wirkt länger als er ist.

Mit Anamaria Marinca (Anna Darvulia), Anna Mara Mühe (Bertha).

Hungary. Daniel Brühl (Count Thurzo Istvan) tells the story from his point of view. Julie Delpy (Countess Bathory Erzebeth), brought up to be tough from birth (1614), he meets when he is 21 and she is 38. The richest and most powerful woman in Hungary after the death of her husband Charly Hübner (Ferenc Nadasdy), to whom King Jesse Inman (Mathias) is heavily in debt and who protects Hungary from the Ottomans with her armies, falls in love just as he does. But his father William Hurt (Count Thurzo Györgi) forces him into another marriage; she remains without news. She develops the fixed idea that he has left her because she is too old and her skin is no longer firm. She thinks the blood of virgin girls helps and consoles herself with the vicious masochist Sebastian Blomberg (Count Vizakna Dominic). In order to obtain her blood, she has more and more girls killed, most recently also by lower nobility. A priest denounces her. She is arrested. Hurt, who is behind the arrest, extorts her property from her; she is sentenced to imprisonment, walled up in her bedroom of her castle, in 1611. In 1614 she dies.

The story is too beautifully creepy for the Bathory to ever get rid of the charges, which are questionable in the extreme. But Julie Delpy doesn’t do her justice either. At the beginning, she sets her up as a shrewd, strong woman who then becomes, through Daniel Brühl of all people, a one-dimensional monomaniac. From this point on, the film seems made-up, and Delpy does not even attempt an intelligent presentation of the very different possible truths. So an implausible love story is added to the probably invented crimes. The film seems longer than it is.

 

 

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