Die beiden Gatten der Frau Ruth

Regie:
Rudolf Biebrach
Autor:
Henrik Galeen
Land: D
Jahr: 1919
Länge: 49 min.
Format: 1,33 : 1
schwarz-weiß

Berlin, Juni 1919. Der junge Dozent Curt Goetz (Ing. Robert Holverson) erhält aus Malmö einen Brief, wonach sein neues Mündel zu ihm verpflanzt werde. In seinem großbürgerlichen Haus wird ein Kinderzimmer eingerichtet und eine große Puppe zur Begrüssung besorgt. Da reist die nahezu erwachsene Henny Porten (Ruth Elvstedt) an, unbefangen, Zigaretten rauchend. Goetz, mit Studien zur Erweiterung der Elektroenergie befasst, kümmert sich zwar nicht viel um sie, aber sein Umfeld beschließt, daß die beiden nicht unter einem Dach leben dürfen und Porten in eine Pension muß. Porten weiß den Ausweg und macht Goetz einen Heiratsantrag. Der nimmt ihn an. Doch bald nach der Hochzeitsreise fühlt sich Porten vernachlässigt. Goetz, mittlerweile Professor, öffnet notorisch seine Briefe nicht, und so erscheint überraschend sein Vetter Erich Schönfelder (Baron Alfred Alberg) auf der Bildfläche, der bald befindet: „Die Frau muß getröstet werden“. Bald entsteht so etwas wie eine „Menage a trois“; Goetz bleibt das nicht verborgen und mit technischen und taktischem Geschick dringt er ins Boudoir Portens ein, als Schönfelder zu Besuch ist. Doch Porten und der meinen nur: „Wir wollen uns von Dir scheiden lassen“.  Der zu dritt konsultierte Notar Meinhart Maur (Lars Sidelius) wählt auf Wunsch eine körperliche Attacke als Scheidungsgrund. Inszeniert wird eine Szene, in der Goetz vor geladenen Gästen Porten ohrfeigt. Doch der hat mit Maur schon vorgesorgt: er flirtet heftig mit dessen Schwester Else Wojan (Margit Sidelus). Portens Eifersucht siegt: als Wojan schleicht sie nachts zu Goetz, was zur Versöhnung führt.

Urbane und geistreiche Komödie, in der Goetz sich zwar auf seine Versuche fokussiert, aber kein bisschen zerstreut ist und das Heft humorvoll in der Hand behält. In einem dreigeteilten Bild wird offen eine Ehe zu dritt angekündigt – zu Zeiten, da es keine Zensur gab. Goetzens Geist ist heute bekannt; Schönfelder arbeitete auch im Umfeld von Lubitsch und Hans Kräly. Porten spielt frisch und nuancenreich. Sehenswert.

Mit Emmy Wyda (Kestin Holversen), Elsa Wagner (kleinste der Kaffeetanten).

Berlin, June 1919. The young lecturer Curt Goetz (Ing. Robert Holverson) receives a letter from Malmö stating that his new ward is being transplanted to him. A nursery is set up in his upper middle-class home and a large doll is provided as a welcome present. Then the almost adult Henny Porten (Ruth Elvstedt) arrives, unselfconscious, smoking cigarettes. Goetz, engaged in studies on the expansion of electric power, doesn’t care much for her, but his entourage decides that the two must not live under the same roof and Porten must go to a boarding house. Porten knows the way out and proposes to Goetz. He accepts. But soon after the honeymoon, Porten feels neglected. Goetz, by now a professor, notoriously does not open his letters, and so his cousin Erich Schönfelder (Baron Alfred Alberg) surprisingly appears on the scene, who soon decides: „The woman must be comforted“. Soon something like a „menage a trois“ develops; Goetz is not unaware of this and with technical and tactical skill he invades Porten’s boudoir when Schönfelder is visiting. But Porten and Schönfelder only mean: „We want to divorce you“.  The notary Meinhart Maur (Lars Sidelius), who is consulted by the three of them, chooses a physical attack as the reason for the divorce. A scene is staged in which Goetz slaps Porten in front of invited guests. But he has already taken precautions with Maur: he flirts violently with his sister Else Wojan (Margit Sidelus). Porten’s jealousy wins out: as Wojan she sneaks to Goetz at night, which leads to reconciliation.

Urbane and witty comedy in which Goetz focuses on his experiments but is not the least bit absent-minded and humorously keeps the reins in his hands. In a three-part picture, a marriage of three is openly announced – in times when there was no censorship. Goetzen’s spirit is well known today; Schönfelder also worked in the environment of Lubitsch and Hans Kräly. Porten plays fresh and full of nuances. Worth seeing.

 

 

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