Café Elektric – wenn ein Weib den Weg verliert

Regie:
Gustav Uckicky
Autor:
Jacques Bachrach
Vorlage:
"Die Liebesbörse", St
Autor Vorlage:
Fritz Fischer
Vorlage:
"Frauen, denen man nachts begegnet", St
Autor Vorlage:
Fritz Fischer
Land: Ö
Jahr: 1927
Länge: 90 min.
Format: 1,33 : 1
schwarz-weiß

Wien. Willi Forst (Ferdl) raubt auf der Straße einem Fräulein die Handtasche, lernt in einem Café Marlene Dietrich (Erni Göttlinger) kennen, die Tochter des philandernden Bauunternehmers Fritz Alberti (Kommerzialrat Göttlinger). Die fällt auf ihn herein, gibt ihm ihre Telefonnummer. Danach bedrängt Forst seine Ex-Freundin Nina Vanna (Hansi) im Kontaktcafé „Electric“ um Geld, und, als er am selben Abend Dietrich noch zu sich abschleppt, auch die um 500 Schilling. Inzwischen hat Vanna den Ingenieur Igo Sym (Max Stöger) kennengelernt, der bei Dietrichs Vater arbeitet, ist mit ihm in Ehren in „Rin Tin Tin“ ins Kino gegangen, und hofft ihn im Café Elektric wieder zusehen. Sym wird Zeuge, wie Dietrich aus der Firmenkasse Albertis für Forst Geld und einen Ring stiehlt. Forst wird im Café von der Beraubten erkannt und flieht. Das leichte Mädchen Vera Sabotti (Paula) ersetzt ihr den Schaden und hofft, so Forst zurückzugewinnen, erkennt aber in Dietrich ihre Rivalin. Als Sym mit Vanna im Café Electric sitzt, erscheint auch Alberti mit seinem Geschäftsfreund Albert Kersten (Herr Zerner), bedrängt Vanna, gerät mit Sym aneinander, erkennt den Ring, den Forst Vanna gegeben hatte, und Forst als Liebhaber seiner Tochter. Alberti wirft Dietrich aus dem Haus. Sym holt Vanna zu sich und heiratet sie. Später ist er arbeitslos; Vanna bemüht sich bei ihrem väterlichen Freund Wilhelm Völcker (Dr. Lehner) um Geld, was Sym mißversteht. Nicht erhaltener Schluß: Sym und Vanna finden wieder zusammen. Stummfilm.

Der recht unbefangene Umgang mit dem Halbweltmilieu ist dem Film seinerzeit als „entsittlichend“ angekreidet worden. Aber er verleiht diesem Milieu eine vielseitige Schnittstelle zur Bürgerlichkeit und betritt keinerlei sozialkritische Pfade. Er ist gut gemacht – sein Wert liegt im Spiel von Forst, der ausdrucksstark und nuancenreich nahezu tonfilmreif spielt. Keine andere Figur ist so konturenreich interessant. Der Schluß fehlt heute, und auch im Zusammengehen Syms mit Vanna gibt es wohl fehlendes Material.

Mit Anny Coty (Göttlingers Freundin).

Vienna. Willi Forst (Ferdl) robs the handbag of a young lady in the street and meets Marlene Dietrich (Erni Göttlinger) in a café, the daughter of the philandering building contractor Fritz Alberti (Kommerzialrat Göttlinger). She falls for him and gives him her telephone number. Afterwards Forst pressures his ex-girlfriend Nina Vanna (Hansi) for money in the contact café „Electric“, and when he takes Dietrich to his place the same evening, he also asks her for 500 schillings. In the meantime, Vanna has met the engineer Igo Sym (Max Stöger), who works for Dietrich’s father, has gone to the cinema with him in honour at „Rin Tin Tin“, and hopes to see him again at the Café Elektric. Sym witnesses Dietrich stealing money and a ring from Alberti’s company coffers for Forst. Forst is recognised by the robbed woman in the café and flees. The easy girl Vera Sabotti (Paula) holds her harmless and hopes to win Forst back, but recognises Dietrich as her rival. When Sym is sitting with Vanna in the Café Electric, Alberti also appears with his business friend Albert Kersten (Herr Zerner), presses Vanna, clashes with Sym, recognises the ring Forst had given Vanna and Forst as his daughter’s lover. Alberti throws Dietrich out of the house. Sym takes Vanna to live with him and marries her. Later he is unemployed; Vanna tries to get money from her fatherly friend Wilhelm Völcker (Dr. Lehner), which Sym misunderstands. Not preserved ending: Sym and Vanna get back together. Silent film.

The film’s rather unselfconscious treatment of the demimonde was chalked up to „debauchery“ at the time. But it gives this milieu a versatile interface with the bourgeoisie and does not enter any socially critical paths. It is well made – its value lies in the play of Forst, who plays expressively and with nuances almost ready for a sound film. No other character is as interesting in terms of contours. The ending is lacking today, and there is probably also missing material in Sym’s interaction with Vanna.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.