Scherben

Regie:
Lupu Pick
Autor:
Carl Mayer
Lupu Pick
Land: D
Jahr: 1921
Länge: 62 min.
Format: 1,33 : 1
schwarz-weiß

1. Tag. Beim Abendessen des Bahnwärters Werner Krauus, seiner Frau Hermine Strassmann-Witt und seiner Tochter Edith Posca kommt über Telegraph die Nachricht, ein Inspektor komme zur Prüfung der Strecke und nehme bei ihnen Logis. Krauss geht noch die Strecke ab. Abend des 2. Tages: Bahninspektor Paul Otto steigt bei einem Extra Halt aus dem Zug. Er nimmt Quartier, mustert Posca. Krauss geht auf Streckentour. Strassmann-Witt findet später Posca im Zimmer von Otto. Verzweifelt geht sie in der verschneiten Nacht aus dem Haus, um bei einem Feldmarterl die Jungfrau Maria anzuflehen. Sie erfriert. Der Morgen des 3. Tages: Krauss entdeckt den Tod seiner Frau. Er bringt sie nach Haus. Am Abend des 4. Tages: Posca fleht Otto in dessen Zimmer an. Sie wird abgewiesen. Sie berichtet Krauss, wie alles geschah, hetzt ihn gegen Otto auf. Krauss geht in sein Zimmer, erwürgt Otto. Der Morgen des 5. Tages: Krauss hält einen Zug mit der Laterne auf, berichtet dessen Personal: „Ich bin ein Mörder“. Posca sitzt auf dem Dach des Wärterhauses und sieht einen Zug vorbeifahren. Stummfilm.

Ein Film mit hohem Gestaltungswillen. Er erzählt eine Geschichte, die nahezu ohne Zwischentitel zur Erklärung auskommt, deshalb sehr simpel angelegt und doch unerklärlich ist. Weder überzeugt die Verführung des Mädchens (Posca war ca. 30 Jahre), noch die Reaktion der Mutter, noch die des Vaters. Und auch nächtliches Streckenlaufen überzeugt nicht. All das ist erlaubt, wenn es anders überhöht wird. Aber es ist kein Fest der Schauspielkunst. Lediglich die Kamera strengt sich an und profitiert auch von den Schönheiten der Landschaft und, in der viragierten Fassung, von farblichen Stimmungen. Überschätzt.

Mit Lupu Pick (Reisender im Speisewagen).