Irgendwo in Berlin

Regie:
Gerhard Lamprecht
Autor:
Gerhard Lamprecht
Land: D
Jahr: 1946
Länge: 74 min.
Format: 1,37 : 1
schwarz-weiß

Berlin, August 1946. Eine Gruppe Kinder spielt gern in den Ruinen. Heute verfolgen sie den Taschendieb Fritz Rasp (Waldemar Hunke), aber der gutherzige Charles Brauer (Gustav Iller) lässt ihn wieder laufen. Sein bester Freund ist der Waise Hans Trinkaus (Willi), vom dem seine Mutter Hedda Sarnow (Grete Iller) nichts hält. Da kommt zu Fuß und ohne Vorwarnung Sarnows Mann Harry Hindemith (Paul Iller) aus der Gefangenschaft zurück. Er ist mutlos und ausgelaugt und die große Hoffnung, die Brauer in ihn setzt, ist in Gefahr. Trinkaus besorgt aus fragwürdigen Quellen Nahrung für ihn. Sein Einstehen für Hindemith führt zu einem Krach zwischen den Kindern. Trinkaus versucht eine waghalsige Mutprobe, fällt von einer maroden Mauer in die Tiefe. Kurz darauf stirbt er. Brauer ist am Boden zerstört. Aber sein Vater fasst wieder Mut und beginnt die Aufbauarbeit.

Lamprecht war nie für realistische Filme gut. Hier schafft er ein Trümmerbiotop, das den Zeitgeist getroffen hat und auch das Richtige weglässt: Thematisierung der politischen Vergangenheit. Dafür war damals kein Raum.

Mit Siegfried Utrecht (der Kapitän), Hans Leibelt (Eckmann), Paul Bildt (Birke), Walter Bluhm (Onkel Kalle), Eduard Wenck (Schneidermeister).

Berlin, August 1946. A group of children enjoy playing amongst the ruins. Today they are chasing the pickpocket Fritz Rasp (Waldemar Hunke), but the kind-hearted Charles Brauer (Gustav Iller) lets him go. His best friend is the orphan Hans Trinkaus (Willi), whom his mother Hedda Sarnow (Grete Iller) thinks very little of. Then, on foot and without warning, Sarnow’s husband Harry Hindemith (Paul Iller) returns from captivity. He is despondent and exhausted, and the great hope that Brauer has placed in him is in jeopardy. Trinkaus procures food for him from dubious sources. His defence of Hindemith leads to a row between the boys. Trinkaus attempts a reckless test of courage, falling from a crumbling wall to his death. Shortly afterwards, he dies. Brauer is devastated. But his father regains his courage and begins the work of rebuilding.

Lamprecht was never any good at realistic films. Here, he creates a biotope of rubble that captures the spirit of the times whilst also omitting what is necessary: any exploration of the political past. There was no room for that back then.