Dr. Holl

Regie:
Rolf Hansen
Autor:
Thea von Harbou
Idee:
Dr. Hans Otto Meißner
Land: BRD
Jahr: 1951
Länge: 98 min.
Format: 1,37 : 1
schwarz-weiß

Italien. Franz Schaftheitlin (Prof. Godenbergh) behandelt Maria Schell (Angelika Alberti), die Tochter des Industriellen Carl Wery (Albert), die an der Millerschen Krankheit leidet. Er gibt sie auf und entlässt sie mit freundlichen Lügen nach Hause – Wery die Wahrheit zu sagen überlässt er der Schwester Heidemarie Hatheyer (Helga Römer). Die weist Wery darauf hin, daß Dieter Borsche (Dr. Stefan Holl) in Modena bei Otto Gebühr (Prof. Amriß) an dieser Krankheit forsche. Wery holt Borsche und Hatheyer, sie ist mit Borsche verlobt, in seinen Palazzo. Schell verliebt sich spontan in den jungen, ernsthaften Arzt. Auch Borsche hat für sie keine Hoffnung – und so stimmt er, von Wery und Hatheyer gedrängt, zu, Schell zu heiraten, um ihr die -kurze- Zeitspanne bis zum Tode schön zu machen. Bei Wery hat Borsche ein eigenes Labor, mit Gerd Brüdern (Corvus) einen Assistenten und – Erfolg. Nach Tierversuchen geben Schell und Wery die Einwilligung, sein neues Serum auch an Schell zu testen. Sie wird geheilt. Das ist für Hatheyer ein Problem. Borsche will erst gehen, entdeckt aber dann seine Liebe für Schell und bleibt bei ihr. Hatheyer, die inzwischen ihre medizinische Prüfung bestanden hat, wird von Wery in einem neuen, von ihm errichteten Klinik-Gebäude beschäftigt.

Mit dem Generalverdacht einer hemmungslosen Schnulze behaftet, entwickelt dieser Film nach einem Stoff eines weitgereisten Diplomaten und Autors und einem Drehbuch der vielerprobten Thea von Harbou bemerkenswerte Qualitäten. Hansen schafft ein fast schon abstraktes Spiel der menschlichen Güte mit deutlich religiös geprägten Vorzeichen, das von einem glanzvollen Schauspieler-Team umgesetzt wird. Was in der Szenerie der jungen Bundesrepublik nicht möglich gewesen wäre: ein idyllisches und wenig konkretes italienisches Setting hilft. Da es keinerlei Anspruch auf Lebensnähe erhebt, ist auch das grenzwertig ätherische Spiel der jungen Maria Schell erklärbar.

Mit Lina Carstens (Frau von Bergmann), Marianne Koch (Zofe Anna), Adrian Hoven (Antonio), Gustav Waldau (Pfarrer), Claire Reigbert (Margret, Bedienerin).

Lied: „Rose, die Du welkst im Garten“