Der Kongreß tanzt

Regie:
Eric Charell
Autor:
Norbert Falk
Robert Liebmann
Land: D
Jahr: 1931
Länge: 98 min.
Format: 1,37 : 1
schwarz-weiß

Wien 1814. Zum Kongreß über die Neuordnung Europas und das Schicksal Napoleons kommen auf Einladung von Conrad Veidt (Fürst Metternich) die gekrönten Häupter zusammen. Die Handschuhverkäuferin Lilian Harvey (Christel Antonia Weinzinger) wirft ihnen Blumenbouquets zu mit Werbung von ihrem Laden. Beim Einzug des russischen Zaren Willy Fritsch (Alexander I.) wird das für ein Attentat gehalten und Harvey verhaftet. Fritsch, der für offizielle Gelegenheiten ein Double benutzt, holt sie persönlich aus dem Gefängnis und verlebt einen schönen Abend in Grinzing mit ihr. Er quartiert sie in einem Schlösschen im Wienerwald ein, schickt aber dann stets sein Double zu ihr. All das bereitet Veidts Geheimsekretär Carl Heinz Schroth (Pepi Gallinger), Kummer, denn er liebt Harvey. Zudem soll er im Auftrag Metternichs die Affäre fördern, damit Fritsch nicht zu der wichtigen Sitzung kommt, die über Napoleons Schicksal entscheidet. Fritsch trifft Harvey wieder, als er auf einen Wohltätigkeitsball der Fürstin Adele Sandrock Küsse versteigert. Doch es wird gleich wieder ein Abschied: Napoleon ist in Frankreich gelandet, der Kongreß stiebt auseinander.

Der Meister der Ausstattungsrevue Eric Charell schuf einen Austattungsfilm, in dem die Handlung nur punktuell vorkommt und ‚Nummern‘ vorherrschen, auch wenn Charell nur mit wenigen Melodien auskommt. Charell ließ ein Atelier-Wien erstehen und einen Atelier-Kongreß, dessen politische Aufgaben kaum angedeutet werden. Charell zeigt Figuren nur von aussen, auch die Liebe wird als Austattungspunkt für ein Leben behandelt, und Harvey entwickelt erstaunlichen Geschäftssinn – doch ihre Pläne bleiben Träume, genau wie die Veidts als Metternich. Viele grosse Namen vereinen sich auf einer Besetzungsliste. Erstaunlich, dass von einem Riesenerfolgsfilm nur Material erhalten blieb, das technisch zweitrangig ist.

Otto Wallburg (Adjutant Bibikoff), Lil Dagover (die Komtesse), Paul Hörbiger (Heurigensänger), Alfred Abel (König von Sachsen), Eugen Rex (der schwäbische Gesandte), Alfred Gerasch (der französische Gesandte), Margarete Kupfer (die Gräfin), Julius Falkenstein (Finanzminister), Max Gülstorff (Bürgermeister von Wirn).

Lieder: „Das muss ein Stück vom Himmel sein“, „Das gibts nur einmal“ Musik: Werner Richard Heymann Text: Emil Gilbert.

Vienna 1814: the crowned heads of state are invited by Conrad Veidt (Prince Metternich) to attend a congress on the reorganisation of Europe and the fate of Napoleon. The glove seller Lilian Harvey (Christel Antonia Weinzinger) throws them bouquets of flowers with advertisements from her shop. When Russian Tsar Willy Fritsch (Alexander I) arrives, this is mistaken for an assassination attempt and Harvey is arrested. Fritsch, who uses a double for official occasions, personally gets her out of prison and spends a lovely evening with her in Grinzing. He puts her up in a small castle in the Vienna Woods, but then always sends his double to meet her. All this causes Veidt’s secretary, Carl Heinz Schroth (Pepi Gallinger), grief because he loves Harvey. In addition, he is supposed to promote the affair on behalf of Metternich so that Fritsch does not come to the important meeting that decides Napoleon’s fate. Fritsch meets Harvey again when he auctions kisses at a charity ball for Princess Adele Sandrock. But it immediately becomes another farewell: Napoleon has landed in France, the congress is falling apart.

Eric Charell, the master of the set revue, created a set film in which the plot only occurs sporadically and ’numbers‘ predominate, even though Charell only manages with a few melodies. Charell created a studio-Vienna and a studio-congress whose political tasks are barely hinted at. Charell shows characters only from the outside, love is also treated as an endowment for a life, and Harvey develops astonishing business acumen – but their plans remain dreams, just like Veidt’s as Metternich. Many big names combine on one cast list. It is astonishing that only material of a hugely successful film has been preserved, which is technically secondary.