Das Wirtshaus im Spessart

Regie:
Kurt Hoffmann
Autor:
Heinz Pauck
Liselotte Enderle
Günter Neumann
Hanno Curth Gutbrod
Vorlage:
"Das Wirtshaus im Spessart", 1827, N
Autor Vorlage:
Wilhelm Hauff
Land: BRD
Jahr: 1958
Länge: 95 min.
Format: 1,66 : 1
in Farbe

Spessart ca. 1780. Komtesse Liselotte Pulver (Franziska von und zu Sandau) reist mit ihrem Verlobten Günther Lüders (Baron Eberhard Sperling), Otto Storr (Pfarrer) und Zofe Ina Peters (Barbara) von Schloß Sandau nach Würzburg. In einem berüchtigten Wirtshaus im Walde werden sie in der Nacht von Räubern gestellt. Deren Hauptmann Carlos Thompson (Patrizio Bibione) will nur Pulver, um ein Lösegeld für sie zu erpressen. Handwerksbursch Helmut Lohner (Felix) bleibt statt ihrer in ihren Kleidern bei Thompson; Pulver reitet in seinen zu ihrem Vater Herbert Hübner (Graf Sandau). Der will kein Lösegeld in die Freilassung Dritter investieren und schickt die Soldaten des Herzogs unter Hubert von Meyerinck (v. Teckel) los. Pulver reitet empört zu den Räubern zurück, heuert in Männerkleidung bei der Bande an, verliebt sich in deren Hauptmann. Sie flüchtet vor den Soldaten mit ihm aufs väterliche Schloss. Er kann erneut vor der Suchaktion der Soldaten entkommen. Am Tage ihrer Hochzeit entführt er Pulver und stellt sich ihrem Vater als Sohn des Grafen vor, dessen Vermögen Hübner ihm seinerzeit abgegaunert hatte.

Buch und Regie arbeiten die deutsche Romantik auf. In Balladenform entstand ein Höhepunkt deutschen Filmschaffens. Was dem früh gestorbenen Erzähltalent Wilhelm Hauff als Rahmenhandlung für seine Sagen diente, wird zur zentralen Geschichte aufgebaut: eine Komtesse mit sozialer Kompetenz (statt einer 40jährigen Gräfin) trifft auf den leicht exotischen, und aristokratisch handelnden Räuberhauptmann – im deutschen Wald. Ein Panoptikum der Stände, geistreich, verspielt, musikalisch ansprechend. Eine frühere Verfilmung aus dem Jahre 1923 ist trotz des Riesenerfolges nicht mehr hervorgeholt worden.

Mit Rudolf Vogel (Parruchio), Kai Fischer (Bettina), Veronika Fitz (Luise, Magd), Hans Clarin (Peter), Wolfgang Neuss (Knoll), Wolfgang Müller (Funzel), Paul Esser (Korporal). Ein Bit für Ralf Wolter als Wächter an der Räuberhütte.

Lieder: „Ballade von den Räubern“; „Ach das könnte schön sein“, „Ballade vom Juwelier Scheible“, „Hier muß er sein“ Musik: Franz Grothe, Texte: Günther Neumann, Willy Dehmel.