Das Cabinet des Dr. Caligari

Regie:
Robert Wiene
Autor:
Carl Mayer
Hans Janowitz
Land: D
Jahr: 1920
Länge: 75 min.
Format: 1,33 : 1
schwarz-weiß

Holstenwall. Friedrich Féher (Francis), Insasse einer Irrenanstalt, erzählt seine Geschichte, als er seine Verlobte Lil Dagover (Jane Olfers) sieht, die ebenfalls dort ist: Auf dem Jahrmarkt von Holstenwall stellt Werner Krauss (Dr. Caligari) den Somnambulen Conrad Veidt (Cesare) aus. Veidt begeht nachts in der Stadt Morde: Opfer sind der Stadtschreiber und Féhers Freund Hans Heinrich von Twardowski (Alan), der sich von Veidt hatte weissagen lassen, er werde nur noch bis zum Morgengrauen leben. Veidt versucht, Dagover zu entführen. Mit Hilfe von Dagovers Vater Rudolf Lettinger (Sanitätsrat Olfers) findet Féher heraus, dass es sich bei Krauss in Wahrheit um den Leiter der Irrenanstalt handelt, der das Geheimnis des historischen Caligari Anfang des 18. Jahrhunderts lüften will. Am Ende sind alle Figuren Insassen der Anstalt, und Krauss bleibt deren Leiter. Stummfilm.

Eine Sternstunde des deutschen Films. Abgeleitet aus einem Verbrechen nahe dem Holstenwall in Hamburg und der Erfahrung des ersten Weltkriegs, schufen die Autoren den ersten echten gotischen Film, in dem alles stimmt: das Buch, das ambivalent Horror der Sinne und der Vergangenheit beschwört und das durch die kurze, beim Drehen hineingeschobene Rahmenhandlung eher noch besser wurde, der Set, der in seinen irrealen expressionistischen Kulissen ein Zeichen für den studiogeprägten Film setzte, und eine Riege erstrangiger Schauspieler. Von der Murnaustiftung mustergültig, teils vom Kameranegativ, restauriert.

Mit Elsa Wagner (Alans Vermieterin), Rudolph Klein-Rogge (der Mordverdächtige), Henri Peters-Arnolds, Hans Lanser-Ludolff.